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European Cybersecurity Competence Centre and Network

Das Europäische Kompetenzzentrum für Cybersicherheit

Ziel des Europäischen Kompetenzzentrums für Cybersicherheit (ECCC) ist es, Europas Kapazitäten und Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Cybersicherheit zu erhöhen. Dies soll in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk nationaler Koordinierungszentren geschehen, um so eine starke Kompetenzgemeinschaft für Cybersicherheit aufzubauen.

Auftrag

Das Europäische Kompetenzzentrum für Cybersicherheit (ECCC) bildet zusammen mit dem Netzwerk nationaler Koordinierungszentren den neuen europäischen Rahmen zur Unterstützung der Innovations- und Industriepolitik im Bereich der Cybersicherheit. Dieses Ökosystem wird die Kapazitäten der Technologiegemeinschaft für Cybersicherheit stärken, unsere Wirtschaft und Gesellschaft gegen Cyberangriffe abschirmen, Exzellenz in der Forschung sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Industrie in diesem Bereich verbessern.

Das ECCC, das seinen Sitz in Bukarest haben wird, wird gemeinsam mit den Mitgliedstaaten, der Industrie und der Technologiegemeinschaft für Cybersicherheit eine gemeinsame Agenda für technologische Entwicklung und ihren umfassenden Einsatz in Bereichen von öffentlichem Interesse und in Unternehmen, insbesondere KMU, entwickeln und umsetzen.

Das Zentrum und das Netzwerk werden zusammen unsere technologische Souveränität durch gemeinsame Investitionen in strategische Cybersicherheitsprojekte stärken.

Aufgaben

Das Zentrum und das Netzwerk werden strategische Investitionsentscheidungen treffen und Ressourcen der EU, ihrer Mitgliedstaaten und indirekt der Industrie bündeln, um die technologischen und industriellen Kapazitäten im Bereich der Cybersicherheit zu steigern und zu stärken und so die offene strategische Autonomie der EU zu verbessern. Bei der Verwirklichung der ehrgeizigen Cybersicherheitsziele der Programme „Digitales Europa“ und Horizont Europa wird das Zentrum eine Schlüsselrolle spielen.

Das Zentrum wird zusammen mit dem Netzwerk die Realisierung innovativer Cybersicherheitslösungen unterstützen.Auch wird es die Zusammenarbeit und den Austausch von Fachwissen und Kapazitäten zwischen allen einschlägigen Interessenträgern in der Technologiegemeinschaft erleichtern, insbesondere zwischen Forschungs- und Industriegemeinschaften und Behörden.

 

Verordnung zur Einrichtung des ECCC

Am 8. Juni 2021 wurde die Verordnung zur Einrichtung des Europäischen Kompetenzzentrums für Cybersicherheit und des Netzwerks nationaler Koordinierungszentren veröffentlicht.

Bei den Verhandlungen, die zur Annahme der Verordnung führten, einigten sich die beiden gesetzgebenden Organe der EU (Europäisches Parlament und Rat) insbesondere auf einen Kofinanzierungsansatz, bei dem sich die Mitgliedstaaten verpflichten, zur Arbeit des Zentrums und des Netzwerks beizutragen, die Beiträge der einzelnen Mitgliedstaaten aber freiwillig bleiben.

Die gesetzgebenden Organe einigten sich auch auf die Aufteilung der Stimmrechte im Verwaltungsrat des Zentrums zwischen den Mitgliedstaaten und der Union, derzufolge der Union bei Beschlüssen, die den EU-Haushalt betreffen, besondere Abstimmungsbefugnisse übertragen werden.

Das ECCC ist eine neue Einrichtung der EU, die gemäß Artikel 173 Absatz 3 und Artikel 188 Absatz 1 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) eingerichtet wurde.

Aufbau

Das ECCC befindet sich gegenwärtig im Aufbau. Die Kommission wird die Wahrnehmung der Aufgaben der neu geschaffenen EU-Einrichtung so lange sicherstellen, bis das ECCC selbstständig arbeiten kann.

Zur Verwaltungs- und Leitungsstruktur des ECCC gehören:

  • ein Verwaltungsrat, der die strategische Ausrichtung vorgibt und die Tätigkeiten des ECCC beaufsichtigt;
  • ein Exekutivdirektor‚ der als gesetzlicher Vertreter des ECCC fungiert und für die laufende Geschäftsführung verantwortlich ist;
  • eine strategische Beratungsgruppe, die einen umfassenden, kontinuierlichen und ständigen Dialog zwischen der Gemeinschaft und dem Kompetenzzentrum gewährleistet.

Das ECCC wird eng mit dem Netzwerk der nationalen Koordinierungszentren zusammenarbeiten, für das jeder Mitgliedstaat ein Zentrum stellt, das die Cybersicherheitsgemeinschaft auf nationaler Ebene unterstützt sowie unter bestimmten Bedingungen EU-Mittel weitergeben kann.

 

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Verwaltungsrats

  • Zu den Mitgliedern des Verwaltungsrats gehören je ein Vertreter pro Mitgliedstaat und zwei Kommissionsvertreter (sowie ein Stellvertreter je Mitglied) mit Fachwissen im Bereich der Cybersicherheit und Managementkompetenzen für eine Amtszeit von vier Jahren, die verlängert werden kann
  • Beobachter, einschließlich eines Vertreters der ENISA als ständiger Beobachter, und weitere Beobachter auf Ad-hoc-Basis
  • ein Vorsitzender und ein stellvertretender Vorsitzender, die aus dem Kreis der Mitglieder des Verwaltungsrats für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt werden, die einmal verlängert werden kann
  • Der Exekutivdirektor nimmt an den Sitzungen des Verwaltungsrats teil, hat jedoch kein Stimmrecht

 

Beschlussfassung

  • Grundsätzlich werden alle Beschlüsse von den Mitgliedern des Verwaltungsrats einvernehmlich gefasst.
  • Kann der Verwaltungsrat bei einer Angelegenheit kein Einvernehmen erzielen, so fasst er seine Beschlüsse mit einer Mehrheit von mindestens 75 % aller Stimmen, wobei jeder Mitgliedstaat und die Kommission je eine Stimme haben. Bei Beschlüssen im Zusammenhang mit der Beschreibung der „gemeinsamen Maßnahmen“ und den Bedingungen für deren Durchführung erfolgt die Abstimmung im Verhältnis zu dem finanziellen Beitrag, den die an der Maßnahme teilnehmenden Mitglieder leisten.
  • Bei Beschlüssen, die den EU-Haushalt belasten, verfügt die Union über 26 % aller Stimmen.

 

Hauptaufgaben des Verwaltungsrats

  • Er gibt die strategische Ausrichtung vor undbeaufsichtigt die Tätigkeiten des Zentrums.
  • Er nimmt das Arbeitsprogramm, den Jahreshaushaltsplan und den konsolidierten jährlichen Tätigkeitsbericht an.
  • Er nimmt die Haushaltsordnung, die Betrugsbekämpfungsstrategie, Vorschriften zur Vermeidung von und zum Umgang mit Interessenkonflikten und die Kommunikationspolitik an.
  • Er richtet Arbeitsgruppen innerhalb der Kompetenzgemeinschaft ein.
  • Er ernennt den Exekutivdirektor und den Rechnungsführer.
  • Er ernennt die Mitglieder der strategischen Beratungsgruppe.

 

Exekutivdirektor

  • Er ist für die laufende Geschäftsführung des Zentrums verantwortlich.
  • Er ist für die Durchführung der dem Zentrum durch die Verordnung übertragenen Aufgaben verantwortlich.
  • Er unterstützt den Verwaltungsrat im Namen der Mitarbeiter des ECCC.
  • Er arbeitet das Arbeitsprogramm aus und führt es durch und erstattet dem Verwaltungsrat darüber Bericht.

 

Nationale Koordinierungszentren

  • Das Netzwerk besteht aus einem Koordinierungszentrum pro Mitgliedstaat.
  • Jeder Mitgliedstaat benennt sein nationales Koordinierungszentrum und notifiziert es der Kommission.
  • Dieses muss entweder über Fachwissen in Forschung und Technologie auf dem Gebiet der Cybersicherheit verfügen oder direkten Zugang dazu haben.
  • Schlüsselmerkmale: Nationale Koordinierungszentren bauen nationale Kapazitäten und Verbindungen zu bestehenden Initiativen und nationalen Cyberkreisen auf.
  • Sie sind in der Lage, sich wirksam mit der Industrie, Wissenschaft und Forschung, den Bürgern, dem öffentlichen Sektor sowie den NIS-Behörden auszutauschen und abzustimmen.
  • Sie können direkte EU-Finanzhilfen erhalten.
  • Sie können Dritten finanzielle Unterstützung leisten.

 

Strategische Beratungsgruppe

  • Zusammensetzung: Die 20 Mitglieder werden vom Verwaltungsrat aus dem Kreis der Vertreter der Einrichtungen in der Kompetenzgemeinschaft für Cybersicherheit ernannt.
  • Die Mitglieder verfügen über Fachwissen in Bezug auf Forschung, industrielle Entwicklung sowie gewerbliche Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Cybersicherheit.
  • Die Amtszeit der Mitglieder beträgt zwei Jahre und kann einmal verlängert werden.
  • Die Beratungsgruppe tritt mindestens dreimal im Jahr zusammen.
  • Aufgaben:
    • Die Gruppe berät den Verwaltungsrat bei der Einrichtung von Arbeitsgruppen.
    • Sie organisiert öffentliche Konsultationen, um Beiträge für die Beratung des Exekutivdirektors und des Verwaltungsrates zur Agenda, zum jährlichen Arbeitsprogramm und zum mehrjährigen Arbeitsprogramm zu sammeln.